Äthiopische Kinderbücher

Die Ausgangssituation: Die Äthiopische Regierung hat sich vorgenommen, den Zugang zu Bildung auszubauen. Es ist Teil dieser Strategie, mit mehr Bildung der Armut im Land entgegen zu treten. Je mehr Kinder in Äthiopien das Lesen und Schreiben lernen, umso größer wird auch der Bedarf an Literatur für Kinder – neben Schulbüchern – auch an Kinderbüchern. Die Kinder benötigen Bücher um praktisch lesen und schreiben zu lernen, sie benötigen aber auch Literatur, die sie zum lesen animiert und die Spaß macht. Es fehlt zur Zeit noch an ausreichend guter Kinderliteratur im Land – es gibt einige wenige Autoren wie Michael Daniel Ambatchew, Tesfaye Gebre Mariam oder Alem Eshetu – aber bei weitem nicht genug.

In Äthiopien besteht also ein Mangel an Büchern für Kinder. Außerhalb der Hauptstadt Addis Abeba´s sind private Buchhandlungen sehr selten. Gondar, im Nord-Westen Äthiopiens beispielsweise, ist eine Stadt mit über 350.000 Einwohnern. In Gondar, in der Filiale der regierungseigenen Buchhandelskette „Mega“, mehr als 10 Kinderbücher für Kinder im Alter von drei bis ins Teenager-Alter zu finden, wäre großes Glück. Schulbücher hingegen sind oft ausreichend vorhanden.

Die Hälfte aller Einwohner Äthiopiens sind unter 21 Jahren jung – das sind mehr als 40 Millionen Kinder und Jugendliche. Etwa die Hälfte dieser Kinder können lesen – damit sind 20 Millionen Kinder in Äthiopien potentielle Leser von Kinderbüchern. Was die Kinder in Äthiopien vor allem an Literatur benötigen, sind Bücher, die aus ihrem Kulturkreis stammen und die in ihrer Sprache geschrieben sind. Amharisch ist die offizielle Landessprache, darüber hinaus werden in Äthiopien rund 80 Sprachen gesprochen. Zumindest in den wichtigsten Sprachen wie Amharisch, Tigrinya und Afaan Oromo – sollte Kinderliteratur verfügbar sein.

Anstatt „Max und Moritz“ benötigen Äthiopische Kinder jedoch „Asni und Konjit“. Asni und Konjit würden niemals eine Puppe oder einen Hubschrauber im Spielwarengeschäft kaufen – sie würden zum lokalen Kiosk gehen um Brot für das Frühstück zu besorgen. Harry Potter ist sicherlich spannend für alle Kinder – aber Äthiopische Kinder brauchen ihre eigenen Helden und Heldinnen, mit denen sie sich identifizieren können. Bücher sind wichtig um Kinder zu verantwortungsvollen Bürgern zu erziehen. Charaktere in Büchern werden zu Vorbildern. Die Kinder lernen einen verantwortungsvollen Umgang mit ihrer Umwelt und soziales Verhalten gegenüber Anderen.

Es gilt also kulturell adäquate Literatur herzustellen – für unterschiedliche Altersstufen – um die Kinder und Jugendlichen zu bilden und zu unterhalten, um ihr Leben zu bereichern.

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Die Idee…

Die Geschichten, die wir suchen sind bereits vorhanden. Äthiopien ist voller Geschichten – ein Schatz den es zu heben gilt. Es bestehen Kontakte zu Autoren und Illustratoren sowohl in Äthiopien selbst, als auch in der Äthiopischen-Diaspora, weltweit. Einige Projekte sind wir gerade am eruieren. Die Idee ist zunächst, einige Bücher neu auf zu legen und Kindern – gerade auch in ländlichen Gebieten von Äthiopien – zugänglich zu machen. Darüber hinaus gillt es auch junge äthiopische Autoren zu fördern und gemeinsam mit ihnen hochwertige Kinderliteratur zu produzieren.

Wie kommen die Bücher an unsere Zielgruppe?

Hier kooperieren wir mit befreundeten Vereinen, die sich in privater Initiative im äthiopischen Bildungs-Sektor engagieren. In den von den Vereinen betreuten Schulen, werden unsere Kinderbücher in Schulbibliotheken angeboten, um möglichst vielen Kindern die Literatur zugänglich zu machen. Hier einige Beispiele (Auszug):

Ethiopia Witten e.V. Ahmedin Idris, gründete 2009 den Verein „Etiopia Witten e.V.“. Der Verein engagierte sich zunächst im Äthiopischen Gesundheitswesen, später kamen dann die Bereiche „Kultur“ und seit 2012 „Bildung“ dazu. In Kooperation mit der Universität in Mekelle und der Tigray Development Association (TDA) wurden in den letzten Jahren bereits  drei Schulen errichtet und ausgestattet. Die Schulen wurden in den Dörfern Duramba und Laelay nahe der Stadt Abi Adi im Nordwesten von Mekelle in der Region Tigray erbaut. www.etiopia-witten.de

Die Sonnenblume e.V. 2009 – im selben Jahr wie Ethiopia Witten – gründete Erdaw Miko gemeinsam mit einigen Freunden den Verein Die Sonnenblume e.V. mit Sitz in Köln. In Miko´s Heimatdorf Menjikso Tade, baute der Verein eine Schule, die er bis heute unterstützt und weiter ausbaut. Die Schule befindet sich nahe Chaffe Dunsa in der Region Oromia, gut 50 km östlich von Addis Abeba. www.sonnenblume-ev.de

Hawelti e.V. Seit 2007 engagieren sich Marcel Heuer, Negassty Abraha und einige Andere für die Hawelti-Schule in Axum – ganz im Norden von Äthiopien, in der Region Tigray, an der Grenze zu Eritrea. 2014 gründeten sie in Nürnberg den Verein „Hawelti e.V.“. Neben der Hawelti-Schule engagiert sich der Verein nun in privater Initiative für verschiedene Projekte in und um Axum. www.hawelti.de

Goethe Institut Addis Abeba. Das Goethe Institut in Addis Abeba half uns bereits bei der Vermittlung von Autoren und Übersetzern in Äthiopien. www.goethe.de/ins/et/de/

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